Kategorie: Digitalisierung

Strategieentwicklung für zeitgemäße Organisationen: Warum der Fokus auf die Digitalisierung allein gefährlich ist

Tags: , , , , ,

Das Leben ist eins der Schwersten. Als Entscheider*in, als Führungskraft und Managerin ist es heute mehr als relevant, “die” Digitalisierung auf dem Schirm zu haben. Sie brauchen digitale Kompetenz als Mensch, Sie brauchen Digitale Führungsfähigkeiten im Sinne eines digital leaderships, Sie müssen digital kommunizieren und selbstverständlich muss Ihre Organisation digital fit sein – whatever that means – um in der digitalen Transformation nicht unterzugehen. In diesem Gewusel habe ich selbst vor Kurzem noch geschrieben, dass es digitaler Strategien für Ihre Organisation bedarf und ich stehe immer noch dazu. Sogar auf meinem Laptop steht der Spruch “Digitalisiert’s eich!”

Und gleichzeitig schreibe ich hier, dass der Fokus auf das Thema Digitalisierung gefährlich sein soll?

Der Fokus auf die Digitalisierung allein ist gefährlich?

Spätestens hier bedarf es einer Erläuterung:

Do, what’s needed! Oder: Warum wir zeitgemäße Organisationen brauchen

Tags: , , , , , ,

Man nehme ein wenig agiles Management, mixe dies mit flachen oder am Besten gar keinen Hierarchien, gebe zwei bis drei Teelöffel New Work hinzu und verrühre das Ganze lange unter der Zugabe von Innovation so lange, bis eine zähe Buzzword-Brühe entsteht. Am Ende wird die ganze Soße garniert mit ausreichend Digitalisierung, damit einem die unter der süßen Oberfläche verborgene Organisationskröte auch schmeckt.

Wir haben euch gewarnt! Oder: Drei Thesen für die Zukunft sozialer Organisationen

Tags: , , , , , , , ,

“Dürfen wir WhatsApp nutzen?” “Und wie sieht es mit Facebook aus?” “Und dann ist Facebook ja eigentlich schon veraltet, oder?” Diese und ähnliche Fragen tauchen in der Zusammenarbeit mit sozialen Organisationen im Kontext der Digitalisierung immer wieder auf.

Manche eigentlich anders geplanten Veranstaltungen fokussieren plötzlich explizit auf diese Fragen, da die Geschäftsführer (meist Männer) diesen Fokus bewusst, meistens aber unbewusst durch ihre Auftaktworte legen. Vorab, damit ich nicht falsch verstanden werde:

Die Fragen sind berechtigt und wichtig! Es ist wichtig für alle Mitarbeiter*innen und damit die Organisation als Ganzes, sich mit diesen und den dahinterstehenden Fragen des Datenschutzes auseinanderzusetzen. Der wesentliche Verdienst der DSGVO ist, dass sich Menschen mit dem Thema Datenschutz beschäftigen. Und es ist darüber hinaus wichtig, digitale Kompetenz als Mensch, ganz subjektiv, aber eben auch als Organisation zu entwickeln. Aber schon hier beginnt das Dilemma:

Was ist digitale Kompetenz eigentlich? Und viel relevanter: Wie kann ich diese entwickeln? Und auf diese Frage ist meine Antwort immer: Nur durch selbst ausprobieren! Die komplexe, selbstgesteuerte Logik digitaler Transformation passt kaum zu der kausalen Logik formeller Lernarrangements.

Bloß keine Regeln!

Oder ganz einfach formuliert: Nein, ich habe keine einfache Antwort auf die oben gestellten, sehr relevanten Fragen! Warum es diese einfachen Antworten auch nicht geben kann, habe ich bereits hier einmal beschrieben. In sozialer Arbeit gibt es im Übrigen nur extrem selten einfache Antworten. Dazu bewegen wir uns immer in komplexen Settings.

Und nein, auch als Organisation ist es nicht sinnvoll, Regeln für die Nutzung digitaler Medien festzulegen!

Es ist aber natürlich sinnvoll, sich und seine Bedarfe in diesem Kontext zu reflektieren, Werte der Nutzung digitaler Möglichkeiten zu eruieren und die sowieso vorhandenen Nutzungsgewohnheiten der Menschen – Klient*innen wie auch Mitarbeiter*innen – zu berücksichtigen und in die Reflexion einzubeziehen. Dabei wird – da bin ich sicher – sehr schnell deutlich:

Es gibt unterschiedliche Gewohnheiten, unterschiedliche Nutzungen, es gibt – wie verwunderlich für die Soziale Arbeit – unterschiedliche Menschen auf dieser Welt und damit auch in der Organisation und damit auch in der Nutzung digitaler Technologien in der Organisation.

Organisationen kommen jedoch mit Unterschiedlichkeit, mit Diversität nur schwer klar. Wobei? Sind es die Organisationen? Oder sind es nicht vielleicht eher kontrollorientierte Führungskräfte und Vorstände, die mit dieser Diversität nicht zurechtkommen? Sind es nicht auch die Mitarbeiter*innen, die mit ihren tradierrten Vorstellung, wie Organisation zu funktionieren hat, die Diversität und zwangsläufige Widersprüchlichkeit durch den Ruf nach klaren Regeln behindern?

Regeln widersprechen Widersprüchlichkeiten

Bei allen die Digitalisierung betreffenden Aspekten kommt es früher oder später zu Widersprüchlichkeiten: WhatsApp – um die Frage oben aufzugreifen – darf ich aus Gründen der DSGVO nicht nutzen. Gleichzeitig sagt aber bspw. der D21 Digital Index, dass dies der mit weitem Abstand meistverbreitete Messenger ist. Ich kann somit mit Alternativen kommunizierne, verliere dadurch aber ggf. meine Klientel.

Gleiches gilt für die Nutzung allerlei Gerätschaften, die unter dem Schlagwort “Ambient Assisted Living” zusammengeführt werden: Ja, es macht Sinn, Menschen mit Demenz mit GPS-Trackern auszustatten. Daraus ergibt sich eine größere Freiheit für die Menschen. Gleichzeitig ist es moralisch zumindest diskussionswürdig, inwieweit wir das Recht haben, Menschen zu überwachen.

Die Reihe der Widersprüchlichkeiten oder Ambiguitäten ließe sich verlängern mit der Feststellung, dass es für alle digitalen Anwendungsfälle mindestens zwei Betrachtungsweisen – positive wie negative – gibt.

Diese Dilemmata – und das ist der Punkt – werden nicht gelöst durch die Setzung von Regeln in Organisationen.

Kurzfristige Sicherheit durch Regeln

Auch wenn sich (kurzfristig) ein Gefühl der Sicherheit auf Seiten der Verantwortlichen (ich benutze das Wort sehr bewusst) einstellt, ist der Versuch, die Regeln festzuschreiben allein aufgrund der hochdynamischen technologischen Entwicklungen zum Scheitern verurteilt:

Die Menschen werden sich den Weg in der digitalen Welt suchen, der für sie in der jeweiligen Situation gut und richtig ist. Die Menschen werden – agil wie sie sind – sich anpassen an neue Technologien und sie werden informelle Lösungen für ihre Probleme (auch in der Organisation) finden. Das nennt man im Übrigen Kultur.

Vertrauen ist wesentlich für die VUKA-Kompetenz!

Damit geht es darum, diese Unsicherheiten und Widersprüchlichkeiten – auch und gerade als Vorgesetzter – auszuhalten. Es braucht die VUKA-Kompetenz, die Kompetenz zum Umgang mit volatilen, unsicheren komplexen und widersprüchlichen Bedingungen.

VUKA-Kompetenz (lustiges Wort) erfordert insbesondere Vertrauen!

Ohne das Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter*innen bin ich davon überzeugt, dass wir soziale Organisationen sehen werden, die ziemlich schnell dichtmachen (siehe These I).

Ehrlich gesagt wundert es mich bei einigen Organisationen und dem Verhalten der Vorgesetzten, dass die Mitarbeiter*innen (auch angesichts der Arbeitsmarktlage) überhaupt noch für den Arbeitsgeber arbeiten.

Warum nehmt ihr nicht viel eher die Füße in die Hand und verabschiedet Euch mit wehenden Fahnen?

Naja, anderes Thema…

Gegenbewegungen, Gott sei Dank!

Und dann sehe ich – das beruhigt mich dann wieder – Organisationen und Führungskräfte, die sich auf den Weg machen, die ihr eigenes Verhalten überdenken und sich selbst in ihrer ganzen Person infrage stellen und versuchen, neue Wege in diesen sich verändernden Zeiten zu denken (und zu gehen).

Zum Abschluss drei Thesen für die Zukunft sozialer Organisationen

These I: Wir sehen sterbende Organisationen

Vor dem geschilderten Hintergrund wage ich die These, dass wir es – wie bereits gesagt – in den kommenden Jahren mit dem Sterben recht vieler sozialer Organisationen zu tun bekommen.

Die Organisationen, deren Führungskräfte und Mitarbeiter*innen versuchen, den sich (auch) durch die digitale Transformation ergebenden Widersprüchen mit regelgesteuerten, kausalen Maßnahmen (wenn – dann) entgegenzustellen, droht das schnelle Aus. Und dies schon allein aus dem Grund, dass die Mitarbeiter*innen sich anders orientieren werden und der Markt an neuen und dann noch fähigen Mitarbeiter*innen echt klein ist.

These II: Wir sehen Organisationen, die sich erfolgreich wandeln!

These II lautet daran anknüpfend: Es wird bestehende Organisationen geben, die sich einem (manchmal auch schmerzhaften) Wandlungsprozess hin hzu mehr Selbstorganisation, Verantwortung, Menschlichkeit und echter sozialer Arbeit (erfolgreich) unterziehen werden.

Diese Organisationen werden sich auf ihren Kern, ihren Daseinszweck besinnen und alles daran setzen, die Menschen in den Organisationen zu ermutigen, Verantwortung wahrzunehmen und den Bedarfen der Kund*innen (Nutzer*innen, Klient*innen…) auf die bestmögliche Weise gerecht zu werden. 

These III: Wir bilden selbst das Feld für Disruption

These III lautet dann abschließend, dass wir angesichts dieser Verwerfungen, Änderungen und Umstürze ein Feld für Menschen und Ideen bereiten, die sich ggf. aus völlig professionsfremden Bereichen disruptiv auf den Weg machen werden, um – so wie alle soziale Organisationen früher – soziale Probleme zu lösen.

Trotz – oder gerade wegen – der in der sozialen Arbeit und der digitalen Transformation bestehenden Widersprüchlichkeiten.


Das musste mal raus und ich bin wirklich gespannt, wohin sich die Zukunft entwickelt… 😉

Zukunft anstoßen – das IdeeQuadrat Manifest 2019

Tags: , , , , , , ,

Ich überlege bereits seit einigen Tagen daran, wie ich das alte Jahr aus- und das Neue Jahr erklingen lasse. So zeigen sich am Horizont des neuen Jahres bereits neue Aufgaben im Kontext von New Work, Innovation und der digitalen Transformation. IdeeQuadrat entwickelt sich.

Was aber sind meine Prioritäten und wo liegen meine Werte in der Arbeit im Jahr 2019? Was ist meine – ganz klassisch formuliert – Vision, meine Mission und was sind meine Ziele? In welche Richtung will ich IdeeQuadrat entwickeln? Das alles reflektiere ich hier – für mich, vor allem aber für Dich und für Sie – in meinem IdeeQuadrat Manifest 2019.

Einstieg mit Rückblick

Meine Bücher des Jahres 2018

Tags: , , , , ,

Last Minute Post für die letzten und gleichzeitig besten Weihnachtsgeschenke!!! 😉

Im letzten Jahr habe ich meine Bücher des Jahres zuerst in einer Podcast-Episode vorgestellt und dann auf den Blog gepackt. Die Episode dazu findet ihr hier.

Das ist dieses Jahr umgekehrt, um Euch noch die Möglichkeit zu geben, vielleicht spannende Bücher als Geschenke an liebe Menschen weiterzureichen.

Und damit hier ohne viele weitere Worte die Liste der Bücher, die es zu lesen lohnt (so zumindest meine Einschätzung 😉 

P hoch K gleich I, oder: Auf geht’s zur #NSWLE2019

Tags: , , , , , , , ,

Juhu! Jetzt ist er durchgeknallt, der Epe! Oder? Na, ein wenig sicherlich, aber das ist genetisch. Ihr könnt hier einen kleinen Rückblick auf meine letzten Tage und Veranstaltungen, auf denen ich zu Gast sein durfte, lesen. Wichtiger ist aber ein kleiner Ausblick auf eine neue Idee für 2019.

Zu den Veranstaltungen gehörten das Forum Innovation, das vor ein paar Tagen vom Deutschen Caritasverband zusammen mit der Fortbildungsakademie der Caritas im Kreativpark Lokhalle in Freiburg stattfand, genauso wie der #SocialTalk2018, der vom “Institut für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft” an der EH Darmstadt durchgeführt wurde (hier durfte ich Jos de Blok von Buurtzorg kennenlernen).

Es gehört eine Veranstaltung zum Thema Personalentwicklung bei der DHBW ebenso dazu wie die Jahreshauptversammlung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Baden-Württemberg. Last but not least zu erwähnen ist eine Veranstaltung des Diözesan-Caritasverbands Aachen.

Ich war bei den genannten Veranstaltungen eingeladen, Vorträge und Workshops zu den Themen New Work und Innovation, digitale Transformation und deren Verbindung zur Innovationsfähigkeit sozialer Organisationen, Organisationsentwicklung und Personalentwicklung in Zeiten des Fachkräftemangels zu halten.

Aus der Welt gefallen? – Mein Review zum #SozialCamp 2018

Tags: , , , , , , , ,

Bammmmm! Das – in etwa – ist mein erster Eindruck vom KSI, dem Ort des #SozialCamp 2018. Der Michaelsberg in Siegburg, eine aufgehobene Benediktiner-Abtei, umgebaut zu einem Prunkbau, modern, hell, das alte Kloster perfekt eingepasst in die moderne Architektur des Neubaus. Geschichtlich sicherlich hoch spannend und für mich weltlich überfordernd: Wo muss ich denn hin? Die Aufzugsnummerierung läuft von -5 bis 0.

Null ist oben.

Warum es so einfach ist, über die digitale Transformation sozialer Organisationen zu sprechen

Tags: , , , , , , , , , ,

Ich komme zurück von einem Führungskräfteworkshop bei einem Träger der stationären Jugendhilfe. Thema des Workshops war – mal wieder – die Frage, wie sich die Organisation dem Thema “Digitalisierung” widmen kann. Dieses “mal wieder” könnte darauf hindeuten, dass ich es unrelevant fände, sich der digitalen Transformation zu widmen. Dem ist aber nicht so, ganz und gar nicht. Ich will damit nur darauf verweisen, dass sich viele Organisationen auf unterschiedlicher Ebene mit dem Thema befassen. Die digitale Transformation sozialer Organisationen wird inzwischen breit diskutiert und das ist großartig. Jedoch sehe ich, dass die eigentlichen Herausforderungen in der Beschäftigung mit der digitalen Transformation auf den ersten Blick gar nichts mit Digitalisierung zu tun haben.

Was meine ich damit genau?

Leseempfehlung: Agile Evolution – eine Anleitung zur agilen Transformation

Tags: , , , , , , ,

Wie funktioniert selbstorganisierte Zusammenarbeit? Welche Schritte müssen wir als Organisation gehen, um endlich agil zu sein! Endlich flexibel, schnell, innovativ, whatever? Wie lautet denn nun die Anleitung zur agilen Transformation?

Diese Fragen – vielleicht in etwas abgeschwächter Variante – sind nicht nur nachvollziehbar, sie existieren tatsächlich und begegnen mir bei Vorträgen und Workshops immer wieder. Vielleicht hilft hier das neue Buch von Valentin Nowotny und Marko Lasnia, das nunmal explizit – zumindest im Titel – von der “Anleitung zur agilen Transformation” spricht? Und neues Buch insofern, als ich bereits von einiger Zeit das Buch “Agile Unternehmen – nur was sich bewegt, kann sich verbessern” von Valentin Nowotny gelesen und hier rezensiert habe.

Wie Soziale Arbeit, oder: Warum es für erfolgreiche Digitalisierung sozialer Organisationen keine Lösungen gibt!

Tags: , , , , , , , ,

“Und wie machen wir es jetzt konkret?” Bei jedem Workshop, bei jedem Vortrag und bei jeder Begleitung einer Organisation kommt diese – mehr als nachvollziehbare – Frage unweigerlich auf: Wie geht es denn jetzt konkret? Und meine Antwort ist immer: Ich weiß es nicht!

Ich habe keine Lösungen!

Im folgenden will ich skizzieren, warum diese Lösungslosigkeit (vermutlich einer) der Schlüssel für eine erfolgreiche Digitalisierung sozialer Organisationen ist und abschließend kurz darlegen, warum die Nähe zur Profession Sozialer Arbeit so bestechend ist.