Zukunft anstoßen – das IdeeQuadrat Manifest 2019

Agilität

Ich überlege bereits seit einigen Tagen daran, wie ich das alte Jahr aus- und das Neue Jahr erklingen lasse. So zeigen sich am Horizont des neuen Jahres bereits neue Aufgaben im Kontext von New Work, Innovation und der digitalen Transformation. IdeeQuadrat entwickelt sich.

Was aber sind meine Prioritäten und wo liegen meine Werte in der Arbeit im Jahr 2019? Was ist meine – ganz klassisch formuliert – Vision, meine Mission und was sind meine Ziele? In welche Richtung will ich IdeeQuadrat entwickeln? Das alles reflektiere ich hier – für mich, vor allem aber für Dich und für Sie – in meinem IdeeQuadrat Manifest 2019.

Einstieg mit Rückblick

Vor einem Jahr habe ich mich dazu entschlossen, meine Arbeitsstelle um 20% zu reduzieren. Diese 20% habe ich mit freiberuflicher Tätigkeit gefüllt. Der Blick zurück auf das letzte Jahr und auf meinen Beitrag “Reset” zeigt mir, dass ich mich auf einem richtigen Weg befinde:

Ich habe die im letztjährigen Beitrag aufgeführten Wünsche für meine Arbeit mit IdeeQuadrat erfüllt: Der Fokus lag bei Vorträgen und Workshops zu den Themen Innovation und Innovationsfähigkeit, Agilität und agilem Management, Selbstorganisation, New Work, zur Digitalen Transformation und der Strategie- und Organisationsentwicklung von sozialen Organisationen (eine Übersicht der Vorträge und Workshops des letzten Jahres finden Sie hier).

Dabei haben sich die Prioritäten eindeutig in Richtung digitaler Transformation sozialer Organisationen verschoben. Das ist nicht wirklich verwunderlich, da dieses Thema aktuell alle Organisationen umfänglich berührt und auch zukünftig berühren wird.

Mein Fokus in der Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation ist aber viel weniger eine Auseinandersetzung mit der sich oftmals radikal schnell verändernden Technik. Mein Fokus in der Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation ist vielmehr die Frage, wie Menschen, Teams und Organisationen für diesen radikal schnellen Wandel anpassungsfähig und gleichzeitig menschlich bleiben. Dazu aber später mehr.

Über Vorträge und Workshops hinausgehend habe ich einige Fachbeiträge verfasst, um  die digitale Filterblase zu durchbrechen und einen breiteren Personenkreis mit den zukunftsrelevanten Themen zu erreichen.

Interessanterweise ist die Leseranzahl trotz weniger Beiträge auf meinen Blog noch nie so hoch gewesen wie 2018. Anscheinend schreibe ich das Richtige (oder google ist mir wohlgesonnen… ;-).

Reset Review

Ich habe bereits Mitte des Jahres 2018 einen “Reset Review” geschrieben, um damit meinen Weg zusammen mit Ihnen und Dir zu reflektieren. Darin ist das Jahr 2018 sehr gut beschrieben, in dem ich relativ schnell in die Situation kam, Anfragen und Aufträge ablehnen zu müssen. Ich habe außerdem einige Anfragen an Partner*innen weitergeben und ein paar verschieben können, auch auf das Jahr 2019.

Kurz: Ich war (und bin) beschäftigt und ich bin sehr glücklich, mit dem was ich tue, auch wenn es hier und da Anpassungsbedarf gibt.

Und jetzt der Blick auf 2019

Ich werde die Ausführungen zum Neuen Jahr ähnlich strukturieren wie im letzten Jahr: Orientiert an den drei Fragen “Warum?”, “Wie?” und “Was?” werde ich erläutern, wie ich mir mein Jahr mit Ihnen gemeinsam vorstelle und wohin sich IdeeQuadrat entwickeln soll.

Warum, oder: Meine Vision 2019

Mein “Warum 2018” habe ich vor zwölf Monaten wie folgt formuliert:

Mit IdeeQuadrat will ich soziale Organisationen als Vorreiter der gesellschaftlichen Transformation mitgestalten.

Reset 2018

Passt das?

Ja, das passt immer noch grob. Jedoch begleite ich viel eher Organisationen, Teams und auch ganz konkret einzelne Menschen auf ihrem Weg. Daher rührt auch die Überschrift:

Ich kann zukünftige Entwicklung durch Impulse, bspw. in Form von Vorträgen, Workshops oder auch der Begleitung von Teams und Führungskräften, “nur” anstoßen. Direkt gestalten kann ich nur sehr begrenzt, da ich – bewusst – nicht Teil des Systems bin.

Auch geht es nicht nur darum, allein die Organisation in den Blick zu nehmen: Es kann auch enorm positive Auswirkungen haben, Menschen, einzelne Führungskräfte und Teams, die die Transformation zukunftsfähig gestalten, zu begleiten.

Die Umsetzung der Entwicklungen, der Umgang mit der Systemveränderung kann jedoch nur durch die Organisation, das Team oder den jeweiligen Menschen selbst erfolgen.

Und diese Menschen, Teams und Organisationen gestalten dann wiederum die gesellschaftliche Transformation, hoffentlich in einem guten Sinne…

Meine Vision für 2019 lautet damit:

Mit IdeeQuadrat begleite ich Menschen, Teams und Organisationen bei ihrer zukunftsfähigen Entwicklung zur Gestaltung gesellschaftlicher Transformation.

Ich bin im Übrigen davon überzeugt, dass die Herausforderungen sozialer Organisationen für andere Branchen mehr als hilfreich sein können. Das erläutere ich wahrscheinlich in einigen Blogbeiträgen im kommenden Jahr.

Wie, oder: Meine Mission 2019

Mein “Wie 2018” habe ich in folgendem Satz zusammengefasst:

“Mit IdeeQuadrat begleite ich soziale Organisationen dabei, ihre Innovationsfähigkeit in all ihren Ausprägungen zu steigern, um damit das volle Potential der Organisationen für die Gestaltung der Zukunft zu entfalten.”

Reset 2018

Passt das?

Auch hier kann ich sagen, dass es passend ist, sofern – ja, sofern der Innovationsbegriff umfassend und ganzheitlich verstanden wird als die zielgerichtete Durchsetzung von neuen Produkten, Dienstleistungen, wirtschaftlichen, organisationsstrukturellen und -prozessualen sowie sozialen Problemlösungen, die darauf ausgerichtet sind, den Zweck der Organisation auf eine neuartige Weise zu erreichen.

Innovation findet damit organisationsextern ebenso wie organisationsintern statt und fokussiert auf neue Produkte und Dienstleistungen ebenso wie auf neue Strukturen, Prozesse und Bedingungen, wie Arbeit in sozialen Organisationen gestaltet werden kann.

Ich habe die Bedeutung dieses umfassenden Innovationsbegriffs im letzten Jahr bereits erläutert und betone es hier bewusst erneut:

Auch wenn die digitale Transformation als Treiber der Notwendigkeit von Innovation zunehmend in den Organisationen als relevantes Thema angekommen ist, sehe ich große Herausforderungen dahingehend, dass die Konsequenzen der notwendigen Veränderungen auf Ebene der Organisation, der Teams und auch der einzelnen Menschen oftmals nicht umfassend berücksichtigt werden.

Als Konsequenzen der digitalen Transformation auf Ebene der Organisation, der Teams und auch der einzelnen Menschen muss – im besten Sinne des Begriffes Agilität  1– deren Anpassungsfähigkeit an die sich permanent und zunehmend schneller wandelnden Bedingungen, unter denen Sie agieren müssen, entwickelt werden.

Die Entwicklung der organisationalen Agilität betrifft das Organisationsdesign, die Führung, die Gestaltung der Zusammenarbeit ebenso wie die Entwicklung innovativer Dienstleistungen, Prozesse und Strukturen und damit – als Konsequenz – die Ausbildung einer Oganisationskultur zur Steigerung der Innovationsfähigkeit.

Organisationsentwicklung in diesem Sinne muss – wie angeführt – das Gesamtsystem Organisation und ihre Kultur umfassen. Nur so können langfristig lebensfähige Organisationen entstehen. Und Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Bedingungen gelingt auf allen Ebenen durch ständiges Lernen – individuell, Teamintern ebenso wie organisational. 

Meine Mission 2019 passe ich basierend darauf wie folgt an:

“Ich unterstütze Menschen, Teams und Organisationen dabei, ihre Agilität im Sinne der Anpassungsfähigkeit an permanente Veränderung zu steigern, um damit ihr volles Potential für die Gestaltung der Zukunft zu entfalten.”

Was, oder: Meine Ziele 2019

Ich habe oben bereits beschrieben, was ich im Jahr 2018 getan habe: Begleitungen von Organisationen, Strategie- und Leitbildentwicklungen, Vorträge und Workshops, Fachbeiträge, Blogartikel, Podcasts und so einiges mehr, das schwer in Worte zu fassen ist (Ist Netzwerken eigentlich Arbeit?).

Ich will im Jahr 2019 meinen operativen Fokus von der Vortragstätigkeit verschieben hin zur Durchführung längerfristigen Begleitung von Menschen, Teams und Organisationen.

So sind die Vorträge, die ich im Jahr 2018 gehalten habe, spannende Erfahrungen, wie Impulse in Organisationen gegeben werden können. Das ist gut und wichtig und wird auch 2019 weiter verfolgt werden. Die Herausforderung bei den Vorträgen ist jedoch, den sich ergebenden Lernraum nachhaltig zu gestalten, oder konkret:

Wie gelingt es, die im Vortrag gegebenen Impulse in die Entwicklung  der Organisation zu überführen? Zwar kommen gute Diskussionen im Nachgang auf, auch bestand öfter die Möglichkeit, im Anschluss an die Vorträge einen Kurzworkshop zum Thema zu gestalten. Aber wirkliches Lernen gelingt nicht einfach, wenn die Zeit sehr begrenzt ist und in den Vorträgen sehr generelle Aussagen auf hochgradig heterogene Organisationen treffen.

Organisationen und Teams begleiten?

2018 habe ich geschrieben, dass ich “die vorsichtige Verbindung aus sozialwirtschaftlicher Praxis und Theorie mit neu diskutierten Ansätzen eines zukunftsfähigen Managements von Organisationen beibehalten” werde.

“Vorsichtig” habe ich deshalb geschrieben, da viele der heute diskutierten “neuen” Ansätze des Managements, der Führung und agilen Organisationsgestaltung alles andere als neu und bereits vielfach diskutiert sind. Ich finde diese Aussage zunehmend wichtig:

Es ist Vorsicht geboten, um nicht einfach alten Wein durch neue Schläuche laufen zu lassen, sondern tatsächlich Innovation in der Gestaltung sozialer Organisationen zu ermöglichen.

Die Gestaltung und Ermöglichung von Innovation und Agilität im Sinne von Anpassungsfähigkeit gelingt nur mit Blick auf die je individuelle Organisation und die je individuelle Zusammensetzung der Teams.

Konkret will ich 2019 meine Aufmerksamkeit verstärkt darauf legen, Visionsentwicklungen, Strategieentwicklungen, Leitbildentwicklungen, Führungskräfteworkshops, Moderationen und damit die Organisationsentwicklung zu begleiten, die sich dem notwendigen Wandel stellen wollen.

Menschen begleiten?

Im letzten Jahr hat sich eine spannende Aufgabe dahingehend entwickelt, dass ich zur Begleitung einzelner Menschen zu deren beruflicher Aufgabe angefragt wurde. Das kann man Coaching nennen, wenn man will. Da ich jedoch kein ausgebildeter Coach bin, nenne ich es auch hier Begleitung:

Die Begleitung von Menschen in neuen, komplexen beruflichen Herausforderungen. Es geht darum, gemeinsam Landkarten zur Orientierung in neuen Welten zu malen. Es geht darum, Impulse zu geben, die zum Nach- und Vordenken anregen. Es geht auch darum, neue Denk- und Handlungsweisen in geschütztem Rahmen zu reflektieren. Eine spannende Aufgabe, die ich gerne ausbauen will, da der individuelle Kontakt und die sich daraus ergebenden Lernmöglichkeiten echten Mehrwert haben.

Inhaltlicher Fokus: Agilität als Anpassungsfähigkeit

Mein inhaltlicher Fokus wird 2019 – das schien hier schon durch, glaube ich – beim Thema Agilität liegen. Agilität ließe sich jetzt als langsam abgenutztes und zu häufig verwendetes Buzzword begreifen.

So wird Agilität häufig mit Schnelligkeit und Flexibilität definiert, was in der heutigen Zeit auf den ersten Blick sinnvoll erscheint: Organisationen müssen schnell und immer schneller werden, die Menschen flexibler bis hin zur Aufgabe jeglicher Struktur, jeglichen Halts und jeglicher Orientierung.

Aber ist nicht genau diese Herangehensweise gerade die für die Zukunft so gefährliche? Sind auf den zweiten Blick Schnelligkeit und Flexibilität nicht gerade Auslöser individueller und organisationaler Burnouts?

Organisationale Agilität muss vielmehr als Anpassungsfähigkeit an eine sich permanent wandelnde Welt verstanden werden.

So wird die Peripherie, die Umwelt der Organisationen immer volatiler, unsicherer, komplexer und widersprüchlicher. Hier bedarf es der Anpassungsfähigkeit, die auch bedeuten kann, eben nicht schneller, sondern langsamer zu agieren. Hier bedarf es der Anpassungsfähigkeit, die auch bedeuten kann, wirklich zu hinterfragen, welche Entwicklungen gerade stattfinden, ohne die Notwendigkeit der Entwicklung aus den Augen zu verlieren.

Agilität im Sinne von Anpassungsfähigkeit kann auch für jeden einzelnen von uns bedeuten, aufmerksam zu beobachten, welche Entwicklungen sich ergeben und darauf bedacht und besonnen, anstatt hektisch und aufgewühlt zu reagieren. Dazu bedarf es Lernmöglichkeiten zu den sich vollziehenden Veränderungen, die ich im Sinne einer Weiterbildung für die digitale Transformation in sozialen Organisationen gemeinsam mit einer sozialen Organisation anbieten will. Das ist noch ein wenig Zukunftsmusik, mehr Infos wird es hier oder über meine Social Media Kanäle geben.

Agilität im Sinne der Anpassungsfähigkeit bedeutet auch, immer wieder neu voneinander zu lernen, Grenzen im Kopf und der eigenen Organisation zu überwinden und zusammen Zukunft zu gestalten. Dazu will 2019 versuchen, die bereits angekündigte New Social Work Learning Experience durchzuführen, um genau dieses gemeinsame Lernen zu ermöglichen. Dazu werden bald weitere Informationen folgen.

Agilität im Sinne der Anpassungsfähigkeit bedeutet auch, Aktivitäten und innovative soziale Projekte sichtbar zu machen. Dazu wird – das als Ankündigung – am 13.02.2019 die inzwischen 5. Social Innovation Night im Grünhof – diesmal in einem größeren Rahmen im Kreativpark Lokhalle – durchgeführt werden. Nähere Infos zur Anmeldung etc. folgen, auch hier auf dem Blog.

Prioritäten setzen und Synergien nutzen?

Sie sehen: Es bleibt spannend. Und unter all diesen Aufgaben gilt es, Prioritäten zu setzen und Dinge zu tun, in denen ich echten Mehrwert sehe.

So stehe ich zusätzlich immer vor der Herausforderung, meine berufliche Tätigkeit an der Hochschule nicht unter den Aktivitäten für IdeeQuadrat leiden zu lassen und umgekehrt. Es gilt vielmehr, Synergien zu schaffen und die Arbeit zu verbinden. Das gelingt in einigen Punkten schon sehr gut. So bin ich bspw. an der Hochschule mit einem sehr innovativen Projekt beauftragt, das die Entwicklung agiler Lernräume explizit einschließt.

Durch die Synergien erhoffe ich mir ein deutlich ausgeglicheneres Verhältnis meiner Aufgaben. Und daraus wiederum erhoffe ich mir, meine Familie ebenfalls nicht zu vernachlässigen.

Unmöglich? Ja, manchmal sicherlich, aber der Weg ist – wie so oft – das Ziel.


Agilität leben

Sie sehen: Auch 2019 bleibt es mehr als spannend. Es gilt, auch für mich und IdeeQuadrat immer wieder neu zu justieren und anzupassen, wie und wohin mich der Weg führt.

Abschließend will ich Ihnen und Euch ganz herzlich dafür Danken, dass Sie den Weg schon bis hierher gemeinsam mit mir gegangen sind.

Ich will mich dafür bedanken, dass ihr und Sie IdeeQuadrat zu dem werden lasst, was es sein will. Das heißt konkret:

Auch 2019 werden neue Ideen hinzukommen, andere Aufgaben und Herausforderungen werden wegfallen. IdeeQuadrat bleibt lebendig, hoffentlich anpassungsfähig, agil eben, durch Sie und Dich und Euch.


Sollten Sie an der Steigerung der Agilität Ihrer Organisation interessiert sein, Impulse und Anregungen für die gemeinsame Arbeit mitbringen, Fragen, Kritik oder Verbesserungswünsche haben oder einfach den Austausch suchen:

Nehmen Sie Kontakt auf!

Ich freue mich auf Sie und auf das Jahr 2019 und bin sehr gespannt, was es bringen wird.

Und damit wünsche ich auch Ihnen einen wunderbaren Start, auch wenn das Jahr schon ein paar Tage alt ist…

  1. Parsons, T., Bales, R., & Shils, E. (1953). Working Papers of the Theory of Action.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.